Schuhpflege - ShoeCarevon Rainer Ersfeld
Inhaltsverzeichnis 1. Einführung
2. Vom Sinn der Schuhpflege 3. Schuhpflege ist mehr als Schuhputzen 4. Schuhputzen: Die Ausrüstung 5. Die Pflege von Raulederschuhen 6. Die Pflege von Glattlederschuhen 7. Pflege weißer Glattleder 8. Pflege von Spectatorschuhen 9. Cordovanpflege 10. Richtiger Umgang mit nassen Schuhen 11. Ledersohle pflegen 12. Neue Schuhe das erste Mal pflegen 13. Schuhkosmetik 14. Leder ist nicht gleich Leder 15. Spiegelnder Hochglanz mit der Wasserpolitur 16. Variieren und Experimentieren 17. Antikfinish 18. Patina? 19. Womit und wie erzeugt man das Finish? 20. Porentiefe Grundreinigung und neuer Farbaufbau 21. Waschen? 22. Schaftlifting und Farbaufbau 23. Farbmischung 24. Keine Zeit? Special: Pflege von Bootsschuhen Special: Rote oder lila Schuhe? Special: Rote Chelsea-Boots gerettet Einführung
![]() In den folgenden Kapiteln wollen wir Ihnen nun praktisches Wissen um die Schuhpflege vermitteln, damit Sie stets Freude an Ihren Schuhen haben mögen und deren ausgezeichneter Zustand ein positives Licht letztlich auch auf Sie persönlich werfen kann. Vom Sinn der Schuhpflege
![]() Warum diese Creme nach wie vor das beste Schuhpflegemittel ist, womit Sie das Oberleder Ihrer Schuhe pflegen können, erfahren Sie gleich. Und auf den Speichel kommen wir später ebenfalls zu sprechen. Zuvor sei allerdings die grundsätzliche Frage beantwortet, weshalb Schuhe überhaupt gepflegt werden müssen: Für den Erhalt eines optisch einwandfreien Erscheinungsbildes, der verarbeiteten Materialien und damit des Tragekomforts. Gerade der vorletzte Aspekt wird gerne übersehen, trotzdem ist er entscheidend, kann doch nur die Pflege des Leders dessen Geschmeidigkeit, aber im Besonderen auch Wasserdampfdurchlässigkeit auf Dauer bewahren. Außerdem wird der Schaft gegen äußere Nässe abgedichtet. Schmiegsamkeit sowie Schuhklima sind für ein angenehmes Tragegefühl absolut wichtig. Allerdings ist es das Erscheinungsbild der Schuhe nicht minder, denn Menschen werden durchaus nach dem Zustand ihrer Schuhe beurteilt. Aber nicht nur optisch wertet die richtige Schuhpflege einen Schuh beispielsweise mit edlem Glanz auf, sie verleiht ihm zudem eine wesentlich höhere Lebenserwartung. Insofern ist Schuhpflege ein Ausdruck von intelligentem, wirtschaftlichem Denken sowie nicht zuletzt ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz. Schuhpflege ist mehr als Schuhputzen
Natürlich denkt man bei Schuhpflege zunächst an Bürsten, Cremes und Lappen. Doch verbirgt sich hinter dem Schlagwort „Pflege“ weit mehr. Das beginnt schon mit dem Kauf passender Schuhe, denn nur diese haben eine höhere Lebenserwartung. Ist der Schuh zu groß und breit werden sich erst tiefe Gehfalten bilden und später wird das Oberleder dort einreißen. Sind die Schuhe zu eng, werden sie zunächst aus der Form getreten (ausgelatschte Schuhe), und bald darauf beginnen Nähte aufzureißen, Sohlen lösen sich usw. Bei dieser Gelegenheit sollte auch die Schuhqualität nicht unerwähnt bleiben. Von Designerlabeln abgesehen, kann man recht zuverlässig anhand des Ladenpreises die gebotene Qualität erkennen. Ein Paar Halbschuhe aus Leder unterhalb von 100 € Ladenpreis haben eine Qualität die, sagen wir, „verbesserungsbedürftig“ ist. Und auch unterhalb von 200 europäischen Währungseinheiten ist normalerweise noch nichts Berauschendes zu erwarten. Oder aber es wurden irgendwo auf der Welt unter anprangerungswürdigen Umwelt- und Sozialbedingungen das Leder gegerbt und dieser Schuh zusammengebaut. Denn die Herstellung von Schuhen erfordert immer noch vergleichsweise viel Handarbeit. Entsprechend haben gute Lederschuhe, deren Herstellungsprozess man nicht vor der Öffentlichkeit verbergen muss, einen höheren, aber durchaus angemessenen und gerechtfertigten Preis. Bei Herrenschuhen beginnt dieser etwa ab den genannten 200 Euro für durchgenähtes oder sportliches Schuhwerk und ab rund 300 Euro für rahmengenähte Topschuhe. Dafür halten solche Schuhe, jeden zweiten Tag getragen, auch 6 bis 10 Jahre, sind klassisch modisch und somit trendunabhängig, und verwöhnen den Träger mit hohem Tragekomfort. Sind Sie dann auf den Geschmack gekommen und besitzen noch einige Paare davon, halten diese hochwertigen Schuhe demgemäß noch viel länger. 20, 25 oder 30 Jahre Tragezeit sind dann keine Seltenheit mehr. Das spart Ihnen das ständige Neukaufen, Einlaufen, Reparaturen usw. Und letztlich auch Geld, denn durch die hohe Lebenserwartung der Oberklasseschuhe sparen Sie letzten Endes wieder. - Doch sind Schuhe hier nicht unser eigentliches Thema; wenden wir uns deshalb wieder der Pflege zu. Im täglichen Umgang mit Schuhen sollte der Schuhanzieher nie vergessen werden. Er sorgt für einen bequemeren und schnelleren Einstieg und schont zugleich die Hinterkappe des Schuhs. Würde diese beschädigt, verliert der Fuß im Schuh Halt und Führung. Außerdem würden die Strümpfe im Achillessehnenbereich auf Dauer beschädigt. Das Material und die Länge des Schuhlöffels ist nebensächlich. Der Löffel sollte glatt, frei von scharfen Kanten und möglichst so geformt sein, dass er formgerecht zur Ferse auf der einen und der Hinterkappe auf der anderen Seite passt. Werden die Schuhe wieder ausgezogen sollten bei Schnürschuhen immer die Senkel geöffnet und deren obere Lagen leicht locker gezupft werden. Bei Monstraps wird der oder die Riemen geöffnet. Dann wird der Schuh mit einer Hand von hinten gefasst und vom Fuß gestreift. Natürlich kann hierbei auch ein Stiefelknecht helfen. Keinesfalls sollte mit der Spitze des anderen Schuhs nachgeholfen werden. In den noch warmen Schuh wird dann der Schuhspanner eingelegt. Er sorgt für eine Entlastung der Bodennähte und den wichtigen Formerhalt des Schuhs. Der sich erkaltende und zusammenziehende Lederschaft wird durch ihn wieder zu seiner ursprünglichen Form geführt. Der Aspekt (weshalb manche Schuhfreunde saugfähige Strecker aus Zedernholz bevorzugen) ist eher nebensächlich, denn letztlich muss die vom Leder aufgenommene Fußfeuchte an die Umgebungsluft abgegeben werden. Da ist der Umweg über den Schuhstrecker unnötig. Achten Sie aber auf die Form des Ausfüllleistens. Im Vorderschuh sollte der Spanner satt einliegen (keine „Luftblasen“ unter dem Oberleder von außen fühlbar) Der Fersenteil sollte kantenfrei und volumig sein, damit er möglichst weiträumig den Druck auf die Hinterkappe des Schuhs verteilt. Damit scheiden die Federstielspanner schon aus, denn deren Fersenstück ist zu klein. Sehr zu empfehlen sind Schuhspanner mit Klappgriff. Wenn diese mittels eines Feingewindes statt des weit verbreiteten, viel zu groben Holzgewindes einstellbar sind – umso besser. Denn beim Einsetzen und Umklappen des Exzentergriffs sollte nur ein minimaler Widerstand überwunden werden. Sitzt der Spanner zu stramm (bedenken Sie, dass das Leder sich ja noch zusammenzieht), kann die gesamte Hinterkappe darunter leiden. Im Zweifel, wenden Sie sich an Ihren Schuhmacher. Für das Schuhklima und die Haltbarkeit der Schuhe ist das wechselweise Tragen, oder anders formuliert, das mindestens eintägige Pausieren oder Auslüften lassen des getragenen Paars, von eminenter Bedeutung. Während des Tragens der Schuhe nehmen hochwertige Lederschuhe einen Großteil der Fußfeuchte auf. Da wir an den Füßen in etwa so viele Schweißdrüsen wie in der Achselhöhle haben und das Schwitzen der Füße auch von der Aktivität und der psychischen Belastung abhängt, kann die täglich abgegebene Schweißmenge der Füße bis zu 200 Milliliter betragen. Ein Teil davon ist bereits während des Tragens an die Umgebungsluft verdampft doch der Rest befindet sich noch im Schaft und in der Brandsohle (Innensohle). Damit das gute Schuhklima hochwertiger Lederschuhe erhalten bleibt, muss das Leder die Gelegenheit erhalten, diese überschüssige Feuchte los zu werden. Dazu braucht der Schuh etwa einen Tag Ruhe zum Auslüften. Gönnen Sie ihm diese nicht, wird das Schuhklima spürbar schlechter (im Sommer heiße und im Winter kalte Füße), auch steigt die Gefahr von Fußpilz rapide und die Lebenserwartung des Schuhs wird verkürzt. In Premiumschuhen die ihre Tragepausen bekommen sind deshalb auch Einlegesohlen überflüssig. Denn die grubengegerbte Brandsohle des Topschuhs vermag bis zu 40% ihres Eigengewichts an Flüssigkeit zu binden, ohne sich feucht anzufühlen! Natürlich ist auch die richtige Unterbringung von Schuhen dem schnellen Auslüften förderlich. Kurz zusammengefasst lauten die Aufbewahrungskriterien wie folgt: Staubgeschützt, lichtgeschützt, nässegeschützt und luftig. Zusätzlich achten Sie auf ausreichenden Platz, damit nicht versehentlich der harte Sohlenrand des Nachbarschuhs das Oberleder zerkratzt. Ein sehr wichtiges Glied in der Schuhpflegekette ist der Reparaturschuhmacher. Er sollte Ihr kompetenter Partner bei Fragen rund um den Schuh sein. Er kann Sie nicht nur bei Passformbesonderheiten Ihre Füße betreffend beraten, sondern sorgt mit seinen Reparaturen mit für den Werterhalt Ihrer Fußbekleidung. Auch im Fall von Flecken oder Pflegesonderfällen weiß er fachmännischen Rat. Aber erkundigen Sie sich rechtzeitig, im Freundeskreis oder in Schuhgeschäften die hochwertige Schuhe führen, nach empfehlenswerten Reparaturbetrieben. Damit Sie auch sicher sein können, es wirklich mit einem kompetenten Fachmann zu tun zu haben. Schuhputzen: Die Ausrüstung
Wie eingangs erwähnt, brauchen Sie zum Putzen nicht viel. Die paar Uten- silien sind am besten in einer praktischen Schuhputzkiste aufbewahrt. Da haben Sie alles zusammen und das Ganze lässt sich auch leicht von A nach B tragen. In- zwischen gibt es sehr schön anzuschauende Schuhputzkisten, die nicht mehr in der Besenkammer ver- steckt zu werden brauchen, sondern als schmucke Design- objekte eine Berei- cherung des Wohn- bereichs darstellen. Basisinhalt einer solchen Kiste: Bürsten - Pferdehaar für Staub, Ziegenhaar für Glanz, pro Lederfarbe je eine Bürste (eine für schwarz, eine für hellbraun, eine für mittelbraun, eine für dunkelbraun usw.) Statt Staubbürsten kann man auch angefeuchtete Lappen (Spültücher aus dem Haushaltwarenbedarf) verwenden und zum Polieren eignen sich ebenfalls weiche (Baum-)Wolllappen oder Staubtücher. Auftragslappen - Für jede Farbe ein separates Tuch (aus alten Handtüchern, Küchentüchern, Bettwäsche usw. einfach selbst zuschneiden). Alternativ kann man auch oder stattdessen Auftragbürstchen verwenden. Natürlich auch in diesem Fall für jede Pflegemittelfarbe eine eigene Bürste. Zahnbürste – Optimal für den Sohlen-Schaft-Winkel (Alternative: Auftragbürste). Multifunktionsbürste - für Schuhe mit Raulederschaft (Rauleder = umgangssprachlich „Wildleder“), für empfindliche Nubuklederschäfte eventuell eine Nubukbürste mit Krepplamellen. Die Seite mit den Messingborsten wird zur Reinigung verwendet, die dünnen Kanten oder ein zusätzlicher schmaler Nylonbürstenbesatz dienen der Reinigung schlecht zugänglicher Stellen; die Seite mit den Gumminoppen dem abschließenden Aufrichten des Flors. Palmenwachsschuhcreme - Farbanzahl wie bei den Bürsten erläutert. Imprägniermittel - für Raulederschuhe Hinzu kommt noch eine Schürze (oder ein Kittel) und ein niedriger Schemel (Hocker, Fußbank), und schon kann es mit dem Putzen losgehen. Ach ja, da eine Schuhputzaktion meist auch ein wenig Schmutz verursacht, verlegen Sie diese bei gutem Wetter wenn möglich nach Draußen (Balkon, Terrasse) oder legen Sie in der Wohnung ausreichend Zeitung oder eine alte Decke unter und halten Sie etwas Abstand von hellen Wänden und Mobiliar. Die Pflege von Raulederschuhen
Nach dem vollständigen Trocknen des Schafts
Stark verschmutzte Raulederschuhe bekommen Sie wieder hin, wenn Sie sie waschen: Nach dem Entfernen der Schnürbänder werden die Schuhe in kaltes oder leicht lauwarmes Wasser komplett eingetaucht (Wanne, größerer Eimer). Teils unter, teil über Wasser schrubben Sie sie dann mit einer wasserunempfindlichen Naturfaserbürste (zur Not tut es auch eine Handwaschbürste) ab. Wenn Sie möchten, können Sie dem Wasser auch ein klein wenig Haarshampoo hinzufügen. Viele hartnäckige Flecken bekommen Sie auch mit ein wenig Kernseife weg (Keine normale Seife verwenden, weil diese keine rückfettende Wirkung hat und das Leder auslaugen würde.) Wenn Sie mehr als nur Wasser zur Reinigung verwendet haben, gehören die Schuhe anschließend sehr gründlich, am besten unter fließendem Wasser (Wasserhahn, Gartenschlauch), ausgespült. Zum schonenden, das heißt nicht beschleunigten Trocknen bringen Sie die Schuhe in einen nicht zu warmen Raum (kein Heizungskeller, nicht auf die Heizung stellen) und sorgen nach Möglichkeit dafür, dass Luft von allen Seiten herantreten kann, indem Sie sie beispielsweise an den Schnürsenkeln aufhängen. Weitere Tipps finden Sie weiter unten im Abschnitt Richtiger Umgang mit nassen Schuhen. Sind die Schuhe vollständig durchgetrocknet, werden sie behandelt, wie eingangs bei der Raulederpflege beschrieben. Eine Sohlenpflege, im Falle von Ledersohlen ist jetzt selbstverständlich Pflicht. Wie das geht, wird weiter unten beschrieben.
Die Pflege von Glattlederschuhen
![]() Die Trockenreinigung geschieht durch einfaches Abbürsten des Staubs. Bei Büroschuhen ist diese Art der Reinigung mit der Rosshaarbürste normalerweise ausreichend. Freunde gründlicher Schuhpflege lehnen das Staubbürsten ab und wischen mit einem zuvor mit leicht warmen Wasser angefeuchteten Lappen (haushaltsübliches Spültuch) den zuvor vom Schnürband befreiten Schuh sorgfältig, erst von außen, dann mit umgeschlagenem Tuch auch von innen ab. Wenn Sie Ihre Schuhe im Wohnbereich aufbewahren, schadet auch ein Abwischen der Laufsohle nicht. Theoretisch hat das feucht-nasse Abreiben den Vorteil, dass oberflächliche Schweißablagerungen vom Futter entfernt werden und eventuell harte Staubkörnchen das Oberleder nicht zerkratzen. Das nasse Tuch sorgt gleichzeitig für einen feuchten Außenschaft. Ein Effekt, der für einen stärkeren Tiefzug des nun direkt im Anschluss aufzutragenden Pflegemittels sorgt. ![]() Merkwürdig; wie erklärt es sich dann, dass Schuhkenner und Profis gleicher- maßen ihre Schuhe fast ausschließlich nur mit einem einzigen Präparat pflegen – einer Hartwachspaste aus der flachen Blechdose!? Weshalb soll man mehrere Mittel kaufen, wenn doch ein einziges alle die gewünschten Eigenschaften hat? Die Blechdose ist übrigens ein untrügliches Kennzeichen aller Hartwachscremes, egal von welcher Marke. Die anderen Cremes, die mit Wasser als Lösemittel, würden die Metalldose rosten lassen, weshalb sie nur in Tuben oder Tiegel angeboten werden. Ein weiteres Erkennungszeichen dieser vermeidbaren Präparate ist die oft angepriesene Lösemittelfreiheit. Was vordergründig nach Umweltschutz klingt, hat für die Schuh pflege jedoch nur Nachteile. Und der Umweltaspekt ist auch nicht stichhaltig: Wenn Sie eine einzige Autotankfüllung Benzin verfahren, haben Sie mehr „Lösemittel“ verbraucht, als eine Großfamilie es zeit ihres Lebens mit lösemittelhaltiger Schuhcreme könnte. Gerade das Lösemittel macht die Palmenwachsschuhcreme von BURGOL so überragend gut im Vergleich mit den Hartwachscremes anderer Hersteller. Wo diese nämlich auf billigeres Benzin als Lösemittel ausweichen, verwendet BURGOL nach wie vor das teurere aber bestens bewährte Balsamterpentinöl. Beim Auftragen der Schuhcreme bewirkt dieses, auch in der Medizin zum Einsatz kommende Öl, eine optimale Nachreinigung, indem es die verbrauchten Wachsreste auf dem Leder samt der darin eingelagerten Schmutzteilchen löst. Zugleich sorgt es für ein besseres Eindringen des Pflegemittels in das Leder und eine optimale Haftung daran. Dadurch wird eine unerwünschte Anreicherung mehrerer Wachsschichten vermieden; der von billigen minderwertigen Cremes bekannte so genannte Graubruch ist unmöglich und die Atmungsaktivität des Schafts bleibt voll erhalten. Ein weiterer Vorteil der Pflege mit Hartwachscreme ist die Schutzschicht auf dem Leder. Die natürlichen Wachse auf den Blättern der Karnauba-Palme gelten bis heute als das härteste und teuerste Wachs. Und das macht die BURGOL Creme so wertvoll. Denn eben dieses Wachs, verdünnt und beim Auftrag dank des Terpentinöls optimal zu dosieren, schützt in Form einer unsichtbaren hauchdünnen Schicht das Oberleder gegen chemische und mechanische Einflüsse. Wasser perlt ab und viele kleinere Stöße, wie sie beim Tragen von Schuhen unvermeidlich sind, prallen daran ab. Und wer seine Schuhe farblich auffrischen will, wird sich über die Farbintensität der Palmenwachscreme freuen. Wir haben BURGOL dazu mit Hartwachscremes anderer Marken verglichen und festgestellt, dass BURGOL auch in dieser Beziehung andere Pflegemittel hinter sich lässt. Für Ihre mit BURGOL gepflegten Schuhe bringt das nicht nur eine größere Farbtiefe. ![]() Fazit: Es gibt kein Schuhpflegemittel, welches einen höheren und beständigeren Glanz erzielt, als die gute alte Hartwachscreme in der Blechdose. Und es gibt auch kein anderes Pflegemittel, welches dem Leder einen besseren Rundumschutz (inklusive Wasserdichtigkeit) bietet, als es die Palmenwachscreme vermag. Und kennen Sie ein Pflegemittel mit einer besseren Dosierbarkeit und einem besseren Preis-Leistungs- Verhältnis? Unsere Versuche ergaben einen mittleren Verbrauchswert von nur ¼ Gramm Pflegemittel pro Schuhpaar. Da können Sie sich leicht ausrechnen, wie weit Sie mit einer Dose BURGOL kommen: Mit der Palmenwachscreme einer einzigen Dose pflegen Sie mehr als 200 Paar Schuhe! In Worten: zweihundert. Zum Eincremen der Schuhe nehmen Sie einen fusselfreien (= mehrmals gewaschenen) Baumwolllappen. Wer hierfür keine Staubtücher oder ähnliche verwenden möchte, kann auch einfach aus Bettwäsche, Geschirrtüchern oder alten T-Shirts passende Lappen schneiden. Achten Sie auf eine ausreichende Größe. Zwei- oder dreilagig zusammengefaltet sollten sie immer noch groß genug sein, dass Sie das Tuch, um einen oder zwei Finger gewickelt und den Rest in der Handfläche zusammengeknüllt, ohne Verkrampfung halten können. Wer lieber mit einer Auftragbürste arbeitet sollte auf eine ausreichende Stiellänge und Naturhaarbestückung achten. Doch bedenken Sie, dass Ihre Fingerspitzen Ihnen ein besseres Gefühl beim Einreiben des Leders geben, als es eine Bürste vermag und mit der Bürste spritzt leicht etwas Creme unkontrolliert in der Gegend herum. Wer Sorge hat, dass Schuhcreme seine Hände beschmutzt (was beim Einsatz einer Auftragbürste natürlich so gut wie ausgeschlossen ist), dem sei gesagt, dass mit normaler Handwaschseife und einer Nagelbürste die Verschmutzung in wenigen Sekunden zu beseitigen ist. Ansonsten (starker Durchschlag durch den Lappen, lange Fingernägel) vermag ein (oder zwei) von einem Haushaltshandschuh abgeschnittener Finger(-ling) Ärgernisse dieser Art zu vermeiden. Wen es nicht stört an den Händen zu schwitzen kann auch dünne Latexhandschuhe (Laborhandschuhe, „Aids- Handschuhe“) zum Schutz tragen. ![]() Wer noch über wenig Erfahrung bei der Schuhpflege verfügt, ist im Zweifelsfall auch gut beraten die Wirkung eines Pflegemittels zunächst erst an einer unauffälligen Stelle (zum Beispiel auf der durch die Schnürung weitgehend verdeckten Zunge) zu testen. Die wichtigste Regel beim Auftrag einer Schuhcreme lautet: So wenig wie möglich. Gerade Neulinge in Sachen guter Schuhpflege neigen zu einem viel zu reichlichen Auftrag. Ein hauchdünner Auftrag, erkennbar an der sogleich matt werdenden Lederoberfläche, ist vollkommen ausreichend. Wenn Sie zu viel auftragen, erschweren Sie sich später das Polieren, verringern unnötig die Atmungsaktivität und das Pflegeergebnis wird dadurch nicht besser. Nehmen Sie deshalb lieber mehrmals etwas Creme auf, als mit einem mal viel Pflegemittel. Indem Sie dann nach und nach den ganzen Schaft einreiben, sorgen Sie für einen optimal dünnen Auftrag. Falls die Absatzbrust und das Sohlengelenk (die Vorderseite des Absatzes und der Bereich zwischen Absatz und Ballenauftrittslinie) in der Oberlederfarbe eingefärbt sind, sollte die Schuhcreme hier ebenfalls aufgetragen werden. Sonst verwenden Sie für diesen Part die farblose BURGOL-Creme. Es sieht nicht nur gut aus, wenn beim Übereinanderschlagen der Beine dieser Sohlenteil sichtbar wird, sondern schützt zugleich vor einer Versprödung und einem unschönen Fleckigwerden des Leders dort. Die Creme gehört nur auf den „schwebenden“ Sohlenbereich und dort auch gut poliert, um einerseits die Neuanschmutzung gering und unfreiwillige Fleckenmuster von Teppichböden fern zu halten. Auch der Sohlenrand und die Außenfläche des Absatzes bedürfen des Wachsschutzes und -versiegelung mit anschließender Politur. Gerade an der Schuhspitze stößt sich bei dunkel gefärbten Rändern leicht die eingelassene Farbe ab und das helle pflanzlich gegerbte Leder wird sichtbar. Um diesem ungepflegt wirkenden Erscheinungsbild Abhilfe zu schaffen, ist die bereits erwähnte hohe Farbintensität der BURGOL-Creme von Vorteil. Neben der schwarzen Palmenwachscreme ist auch noch die Variante „braun stark färbend“ hierfür bestens geeignet. Vergessen Sie auch nicht den Schaft-Sohlenwinkel, also den Bereich wo der Schaft in den Schuhboden übergeht. In diese Kerbe reichen Sie am einfachsten mit einer weichen Zahnbürste hinein. Wenn wir Ihnen hier ausschließlich die Hartwachscreme für die Pflege von Glattlederschäften empfehlen, so gibt es doch eine Einschränkung: Für die Pflege sehr heller offenporiger Glattleder sollten Sie statt einer Palmenwachsschuhcreme eine Ledermilch verwenden. Dieses für „heikle“ Leder gedachte Spezialpflegemittel, erhalten Sie bei jedem Schuhmacherbetrieb und in vielen Schuhgeschäften. Doch bedenken Sie, dass dieses Mittel dem Leder bei weitem nicht den Schutz und lang anhaltenden Glanz bietet wie die BURGOL-Palmenwachscreme, und gehen Sie besonders umsichtig mit diesen Schuhen um. Dieser Hinweis gilt nicht für weiße Schuhe mit Glattlederschaft. Damit die Hartwachscreme ausreichend Zeit erhält in das Leder einzuziehen und das Wachs optimal aushärten kann, sollten die Schuhe mindestens eine halbe Stunde, besser sogar eine ganze Nacht lang, im mit Schuhcreme eingelassenen, matten Zustand ruhen. Wenn das Wachs genügend Zeit zum Aushärten bekommt, ist es leichter zu Polieren, der Schutz ist besser und der Glanz beständiger. ![]() Wer es noch glänzender möchte, erreicht das mit einer Hochglanz- oder auch Wasserpolitur, die im Abschnitt über Schuhkosmetik beschrieben wird. Pflege weißer Glattleder
Für weiße Lederschuhe existiert kein anderes Mittel auf dem Markt, das annähernd die positiven Eigenschaften der BURGOL-Palmenwachscreme hat! Wir haben die Creme von einer Anzahl Ärzte, Tennisspieler und Reparaturschuhmacher in der Praxis testen lassen. Das Ergebnis war überwältigend: Alle waren von der Wirkung begeistert und wollten wissen, wo man dieses unvergleichliche Pflegemittel kaufen kann. Der Grund für diese Begeisterung sind die bereits beschriebenen Vorteile der Creme: Die Nachreinigungswirkung, der optimaler Schutz und der lang anhaltende Glanz. Andere „Pflegeprodukte“ für weiße Schuhe gleichen optisch eher einer Art weißer Anstreichfarbe. Entsprechend sieht auch der mit solchen Mitteln „behandelte“ Schuh aus. Und da bei diesen Präparaten auch keine wächserne Schutzwirkung existiert, stößt sich das Leder bald ab und vergraut an diesen Stellen. Im Gegensatz zu den Produkten anderer Marken ist die BURGOL Creme deshalb nur für weiße Leder und nicht auch für weiße Leinenschuhe gedacht. Kein Wunder, ist sie doch ein optimiertes Lederpflegemittel. Video: Burgol ... die wahrscheinlich beste Schuhcreme für weisse Schuhe und Sneaker Pflege von Spectatorschuhen
Der auffällige Schuh in weißer Grundfarbe mit den schwarzen zusätzlichen Schaftteilen symbolisiert die Hautfarben schwarz und weiß, die friedlich vereint gemeinsam die Ausstrahlungskraft dieses Schuhmodells bewirken. Seine Pflege scheint auf den ersten Blick kompliziert. Doch wenn man es richtig anstellt, ist es nicht schwierig. Zuerst werden die weißen Schaftflächen mit der weißen BURGOL Creme eingerieben. Dann folgt der punktgenaue Auftrag auf die dunklen Schaftteile. Sollte hierbei versehentlich etwas auf eine benachbarte weiße Fläche geraten, wischen Sie es einfach direkt mit einer sauberen Stelle des Lappens wieder ab. Die zuvor aufgetragene weiße Palmenwachscreme verhindert zuverlässig eine ungewollte Anfärbung der eigentlichen Lederdeckfarbe. Zum Polieren nach der erforderlichen Aushärtezeit (siehe oben), verwenden Sie entweder eine andere Stelle des Auftragtuches oder ein paar separate Wolltücher (mit haushaltsüblichen Staubtüchern funktioniert das ebenfalls hervorragend). Cordovanpflege
![]() Da Cordovan keinen echten Narben hat (Mit Narben bezeichnet man die Lederoberfläche, welche nach Entfernen der Hornschicht der Haut bei allen anderen Glattledern die Oberfläche bildet), bietet es die Möglichkeit Kratzer und Schnitte im Material wieder ungeschehen zu machen. Auch (Geh-)Falten lassen sich so „wegzaubern“. Bevor Sie mir der Arbeit beginnen, legen Sie einen Schuhspanner für einen festen Gegendruck in den Schuh ein. Dann tragen Sie auf die beschädigte Stelle etwas Creme auf und reiben mit einem harten, nicht kratzigen Gegenstand (Hammerstiel, Löffel oder ähnliches) in druckvollen kreisenden Bewegungen darüber hinweg, bis die beschädigte Stelle nicht mehr sichtbar ist. Um die Reibung mit dem Werkzeug möglichst klein zu halten, tragen Sie zwischendurch immer wieder etwas Creme auf. Oft ist die betreffende Stelle nach vollbrachtem Werk etwas glänzender als die nähere Umgebung des Schafts. Um das ein wenig anzugleichen, bearbeiten Sie den Schaft abschließend noch etwas großräumiger, um die ursprüngliche Stelle herum. Durch die intensive Fettbehandlung bei der Cordovanproduktion kann es in der Anfangszeit zu weißlichen Ausblühungen auf dem Schaft kommen. Das sieht so ähnlich aus wie Schimmel, ist aber nur ausgetretenes Fett. Mit einem Tuch lässt eventuell einfach abwischen. Ansonsten mit einem Föhn leicht erwärmt, wieder ins Leder zurücktreiben, oder der Fettausschlag wird mit ein wenig Terpentinöl-Palmenwachscreme von der Lederoberfläche gelöst. Im Übrigen kann sich die Schuhpflege von Cordovanschäften in der Anfangszeit oft auf ein Staubbürsten und Nachpolieren beschränken, weil das Leder so stark gefettet ist. Sollten Regentropfen in der Anfangszeit mit der Oberfläche in Kontakt kommen, entstehen an den betreffenden Stellen, aufgrund des offenen Charakters des Materials, winzige Aufwerfungen. Wen das stört, der kann sie nach der oben beschriebenen Methode mit einem festen Gegenstand bei gleichzeitigem Cremeeinsatz wieder einebenen. Richtiger Umgang mit nassen Schuhen
![]() Wenn die nassen Schuhe Ledersohlen haben, hängen Sie die Schuhe zum Trocknen an den Schnürsenkeln auf, damit auch von unten Luft an den Schuh herankommt. Notfalls legen Sie die Schuhe auf die Seite. Achten Sie darauf, die nassen Ledersohlen nicht mit Eisen (zum Beispiel Gitterroste) in Kontakt zu bringen. Das gäbe nicht mehr zu entfernende schwarze Flecken im Leder. Um beim Trocknen eventuell entstehende Wasser-, Fett- oder Gerbstoffränder zu verhindern, können Sie die noch leicht feuchten Schuhe bereits mit der Palmenwachscreme einreiben: Poliert wird der Schuh wenn er dann völlig trocken geworden ist. Anschließend erhält die Ledersohle eine Sohlenölkur. Ledersohle pflegen
Oberklasseschuhe haben oft eine Ledersohle. Um deren positive Eigenschaften langfristig zu erhalten, sollten Ledersohlen nach einer ersten Einlaufphase, während derer sich die Sohle verdichtet und etwas aufraut wird, ein erstes Mal mit einem guten Ledersohlenöl grundbehandelt werden. Als bewährtes Öl, empfehlen wir Ihnen das BURGOL LEDERSOHLENÖL. Falls Ihnen die Schuhe anfangs zu rutschig sein sollten, könne Sie mit etwas Sandpapier nachhelfen und für mehr Grip bei der nagelneuen Sohle sorgen. Bei der Pflegeaktion mit Öl achten Sie bitte darauf, dass kein Tropfen des Öls an das Oberleder kommt, denn diesen Fleck bekämen Sie vermutlich nie wieder raus. Mit einem Pinsel oder einem Lappen applizieren Sie so oft hintereinander Öl auf die Sohle, bis dieses nicht mehr aufgesogen wird. ![]() Dann stellen Sie die Schuhe bis zum ersten Gebrauch auf einen ausgebreiteten Kunststofftragebeutel (Supermarkttüte), um eine Verunreinigung anderer Untergründe durch das Öl sicher zu verhindern. Die Ölkur dient übrigens nicht primär der Hydrophobierung, sondern soll die Biegeelastizität der Sohle erhalten. Gute Sohlen sind ausreichend wasserdicht, aber im Laufe der Zeit werden eingelagerte Fette und Öle durch feuchte Untergründe ausgewaschen. Dadurch kommt es zu einer zunehmenden Versprödung und Verhärtung der Sohle. Das gilt es mit der Sohlenölpflege zu vermeiden. Nach dieser ersten Grundbehandlung, brauchen die Sohlen in Zukunft nur alle paar Monate eine kleine Ölauffrischung. Da reicht dann eine kleine Menge Öl, denn der größte Teil des Öls ist ja noch in der Sohle. Während der trockenen Jahreszeit ist höchstens eine einmalige Auffrischung angebracht und in der nassen-kalten Jahreszeit dürften zwei Auffrischungen ausreichen, je nach Häufigkeit des Nässekontakts. Eine mit Burgol-Ledersohlenoel gepflegte Sohle hält nachweislich mehr als doppelt so lange. Dieses Sohlenoel wurde vom Gerbermeister Andreas Ollert, dem Erfinder von "Leder Fein" entwickelt. Special: Pflege von Bootsschuhen
![]() Das hier abgebildete Schuhpaar hat mir nun einen Sommer lang während meiner Freizeit, und im Urlaub am Strand auch barfuß getragen, gedient. Bevor es zum Überwintern den Dachboden hüten muss, sollte ihm eine angemessene Pflege zukommen, damit es für die nächste Saison einsatzfähig bleibt. Als Erstes entferne ich die alten 120 cm langen Lederschnürsenkel. Neue, zusammen mit einer passenden Einfädelhilfe, sind bei jedem Timberland- und Sebagofachhändler erhältlich. ![]() ![]() Neue Schuhe das erste Mal pflegen
![]() Die erste Grundpflege ist recht einfach: Sie entfernen die Schnürsenkel und streichen das Oberleder dünn mit der farblich passenden BURGOL Palmenwachscreme ein. Diese Grundimprägnierung sollte wirklich jede Stelle des Schafts erreichen. Eine Auftragbürste ist hier hilfreich, da sie in jeden Winkel und Spalt reicht. Zumindest der Schaft-Sohlenwinkel am unteren Schaftrand sollte gründlich eingelassen werden, weil man in der Alltagspflege vielleicht doch eher geneigt ist, diese Stelle zu vernachlässigen. Lassen Sie die Creme nun mindestens eine halbe Stunde einziehen beziehungsweise aushärten. Anschließend wird der Schaft wie üblich geglänzt. Dabei kommt es nicht auf höchste Brillanz an, weil Sie nämlich im nächsten Arbeitsgang das Oberleder gleich noch einmal mit der BURGOL Creme einreiben; nur lassen Sie diesmal die Hartwachscreme mehrere Stunden oder über Nacht aushärten, bevor Sie die Schuhe zu Glanz wienern. Danach sind Ihre neuen Schuhe optimal auf die Alltagsbelastungen vorbereitet. Wenn Lederlaufsohlen unter den Schuhen sind, meiden Sie nach Möglichkeit in der ersten Zeit feuchte Untergründe. Erst nach ein paar Mal Tragen sind die Ledersohlen so weit, dass Sie auch bei Nässekontakt keinen übersteigerten Abrieb erleiden. Dann können Sie Ihre Sohlen auch erstmals mit dem BURGOL LEDERSOHLENÖL behandeln. Schuhkosmetik
Wer seine erste Erfahrungen mit verschiedenen Schaftledern gesammelt hat, die wenigen Grundregeln der Schuhpflege kennt, und danach strebt noch etwas mehr zu machen, der kann sich alsbald der Schuhkosmetik, einer Art hohen Schule der Pflegekunst zuwenden. Denn wem es Spaß macht, seine Schuhe zu pflegen, und wer darin nicht ausschließlich eine lästige Pflichtübung sieht, der wird hieran seine helle Freude haben. Viele Freunde guten Schuhwerks berichten, dass ihnen die Pflege ihrer Schuh Freude bereitet. Sie sehen es nicht als Arbeit an. Vielmehr ist es eine kontemplative Tätigkeit, bei der man wunderbar entspannen kann. Wer das erfahren hat, bringt gewiss auch etwas Experimentierlust und Kreativität mit. Beides ist bei der Schuhkosmetik sehr hilfreich. Misserfolge sind nahezu ausgeschlossen. Für den Anfänger sind die Ergebnisse noch nicht so exakt vorhersehbar wie für die alten Hasen. Doch die Erfolge sind garantiert und spornen zu neuen Taten an. Was erwartet Sie bei der Schuhkosmetik?
![]() Schauen Sie also wieder vorbei und sammeln Sie bis dahin ein wenig Erfahrung im Gebrauch der BURGOL Palmenwachscreme in verschiedenen Farben. Und erfreuen Sie sich an der überragenden Pflegewirkung einer der Besten – wenn nicht gar DER besten Schuhcreme, der BURGOL Palmenwachscreme. Vielen Schuhliebhabern ist die normale Glattlederpflege, so wie wir sie im ersten Teil beschrieben haben, nicht genug. Einst waren es nur die Butler, die Ordonanzen hoher Offiziere und die Schuhpflegespezialisten in den First class Hotels, die es verstanden, aus einem Schuh mit dem richtigen Knowhow ein kleines Kunstwerk zu schaffen. Mittlerweile machen es sogar einige innovative und kreative Schuhmacher im Kundenauftrag. Und die jährlichen Treffen von Berlutis Swann Club, wo smokingbekleidete Gentlemen mit Champagner Wasserpolituren erzeugen, ziehen die Aufmerksamkeit der Presse auf sich. Dieser Teil unserer Schuhpflegehilfe wendet sich deshalb an die Pflegebegeisterten, an die Experimentierfreudigen und Neugierigen unter den Schuhfreunden; aber auch an Professionals und all diejenigen, denen die bereits im ersten Textteil beschriebene Grundpflege für Tragekomfort, Werterhalt und gepflegtes Äußeres nicht ausreicht, die mehr aus ihren Schuhen machen wollen. Verständlich, dass immer mehr Schuhbegeisterte über den Tellerrand der gewöhnlichen Schuhpflege hinausblicken. Denn wer zum ersten Mal die erstaunlichen Resultate einer Hochglanzpolitur oder eines gekonnten Antikfinishs sieht, möchte das auch einmal selbst Ausprobieren. Und wer seinen Schuhen mehr Aufmerksamkeit schenkt, so wie wir es mit all den Dingen tun, die uns lieb und teuer sind, der entwickelt ganz von alleine neue Ideen und Bedürfnisse. Der Derby, dessen brauner Schaft einst beim Kauf noch reizvoll erschien, schimmert in den daran gewöhnten Augen seines Besitzers inzwischen nur noch in „langweiligem” Braun. Ließe sich der Schaft nicht farblich noch interessanter gestalten? Vielleicht mit etwas mehr optischer Tiefe in der Oberfläche, oder dem reizvollen Anschein eines antiken Leders? Und könnte das Ganze abschließend in einem beinah spiegelnden Hochglanzfinish erstrahlen? Mit der hohen Schule der Pflegekunst lassen sich solche Wünsche in die Realität umsetzen. Und mit einer Premium-Schuhcreme wie der Palmenwachscreme von BURGOL, sowie etwas Experimentierfreude, ein wenig Übung und den hier „verratenen” Tricks steht dem Gelingen nichts mehr im Weg. Wenn Sie sich an die hier gegebenen Ratschläge halten, werden Sie von Anfang an Erfolge erzielen. Das motiviert und mit zunehmender Erfahrung und Übung werden Sie vielleicht auf eigene Ideen kommen. Denn es führen verschiedene Wege zu einer Hochglanzpolitur oder einem Antikfinish. Jeder „Schuhkosmetiker” entwickelt mit der Zeit seine eigenen Vorlieben und Methoden. Einer der Gründe, weshalb Schuhpflegeseminare so beliebt sind, denn abgesehen von dem lehrreichen Input, treffen sich dort sowohl Pflegenovizen wie auch ausgesprochene Schuhpflegefans. Diese lebendige Mischung aus neugieriger Unerfahrenheit und den Tricks der „alten Hasen” erzeugt das hochkreative Potential solcher Veranstaltungen. Leder ist nicht gleich Leder
Eine häufig unbeachtete und unterschätzte Tatsache, die aber insbesondere den unerfahrenen Schuhkäufern zu schaffen machen mag, sind die unterschiedlichen Lederarten. Denn ein Schaft aus durchgefärbtem Kalbsleder kann verschieden auf die Schuhpflege ansprechen. Was bisher gut funktionierte, scheint plötzlich nicht mehr klappen zu wollen. Anfänger neigen dann dazu, die Ursache in ihrem vermeintlichen Unvermögen zu sehen, doch oft ist es das Leder selbst, welches anders als gewohnt reagiert. Schließlich ist Leder eine Haut. Für die Pflege von Alltags- und Businessschuhen gilt es zu allererst zwischen deckgefärbtem und durchgefärbtem Leder zu unterscheiden. Die durchgefärbten Leder werden auch Anilinleder oder auch offenporiges Leder oder naturbelassene Leder bezeichnet. Die deckgefärbten Leder haben eine Zurichtung auf der Oberfläche, die zwar eine Hochglanzpolitur zulässt, sich aber kaum für ein Antikfinish und nicht für einen grundlegend neuen Farbaufbau eignet. Deckgefärbte Leder finden Sie vornehmlich in den unteren Preisklassen von Schuhen. Leider auch sehr oft bei teuren Damen- und Herrenschuhen mit wohlklingenden Designerlabels. Die Lederoberfläche wirkt strukturlos glatt und der Schaft sieht immer ein wenig „lackiert” aus. Durch den abdeckenden Farbauftrag lassen sich Narbenfehler, also Fehler in der Oberfläche des Leders, einfach kaschieren. Beim heutigen Mangel an hochwertigen und fehlerfreien Ledern, wird die Pigmentfärbung, wie die Deckfärbung auch genannt wird, in erster Linie bei Ledern mit Fehlern in der Oberfläche verwendet. ![]() Umgekehrt haben höherpreisige Schuhe in der Regel transparent- oder durchgefärbte Oberleder. Bei dieser Technik der Lederfärbung ziehen die löslichen Anilinfarben direkt auf die einzelne Lederfaser, sodass das Narbenbild (die für jede Lederart so charakteristische Oberfläche) weiterhin gut erkennbar bleibt und deren Fehlerfreiheit offensichtlich ist. Aber auch unter den Anilinledern, wie durchgefärbte Leder traditionell bezeichnet werden, gibt es unterschiedliche Zurichtungen (Abschlussarbeiten der Lederfabrik, die vornehmlich das Aussehen und den Griff des Leders bestimmen). Da verwundert es nicht weiter, dass vermeintlich gleiche Leder auf die Pflegemaßnahmen verschieden reagieren können. Und weil Leder schließlich ein Naturprodukt ist, sind Unterschiede sogar von Haut zu Haut vorhanden. Insgesamt kann es so zu einer Vielzahl sich gegenseitig beeinflussender Faktoren kommen, welche die Schuhpflege nie eintönig werden und einen erfahrenen Schuhpflegeexperten immer wieder dazulernen lässt. Wie unterscheidet man nun durchgefärbtes von deckgefärbtem Leder? Das auch als Anilin-, „offenporig“ oder „naturbelassen“ bezeichnete Leder ist, ob seiner feinen Struktur, welche sogar die Haarkanäle erkennen lässt, das hochwertigere. Es fühlt sich einerseits wächsern an und wirkt andererseits optisch eher matt. Für die Fertigung wird ausschließlich auf Häute höchster Qualität zurückgegriffen. Wegen der fehlenden Pigmentschicht sowie sonstiger Versiegelungen müssen allerdings gewisse Anfälligkeiten gegen Verschmutzungen jeder Art und ebenso Ausbleichungseffekte durch Lichteinstrahlung in Kauf genommen werden. Hier noch ein simpler Test zur Unterscheidung von deck- und durchgefärbtem Leder: Ein Wassertropfen zieht bei deckgefärbtem Leder nicht ein, er bleibt auf dem Leder stehen und perlt ab. Bei durchgefärbtem oder offenporigem Leder zieht ein Wassertropfen langsam in das Leder ein und ist als dunkler Fleck solange sichtbar bis er abgetrocknet ist. ![]() Links deckgefärbtes Leder, rechts offenporiges Anilinleder Die Atmungsaktivität bei durchgefärbtem Leder liegt bei ca. 90 %, bei deckgefärbtem leder jedoch nur bei etwa 20 %. Dies wirkt sich erheblich auf das Fußklima und Wohlbefinden des Trägers aus. Um die Atmungsaktivität des Schaftleders sowie den Schaft vor mechanischen und äußeren Einwirkungen und vor Feuchtigkeit zu schützen, wird das offenporige Leder hochwertiger Schuhe im Werk oder beim Maßschuhmacher mit einer Hartwachscreme aus der Blechdose gefinisht, welche die Atmungsaktivität (Wasserdampfdurchlässigkeit) erhält. Dies wird in großen Manufakturen mechanisch und in kleinen Betrieben, die rahmengenähte Schuhe zu einem Preis von 400 - 1000 Euro anbieten, sehr aufwendig von Hand ausgeführt. Mehrere hauchdünne Wachsschichten werden aufgetragen und mit verschiedenen Bürsten und Techniken aus- und feinpoliert. Jeder hat da im Laufe der Zeit seine eigene, geheime Rezeptur entwickelt. Durchgefärbte Leder eignen sich für Pflegeexperimente besser als deckgefärbte. Ausführliche Informationen über die verschiedensten Lederarten finden Sie auch unter www.lederzentrum.de Spiegelnder Hochglanz mit der Wasserpolitur
![]() ![]() ![]() ![]() Variieren und Experimentieren
Wenn Sie schon ein Wasserglanzexperte sind, dann variieren Sie Ihre gewohnte Methode. Hier ein paar bewährte Anregungen: Wasser auf den eingekremten Schaft träufeln und mit dem Tuch in langen Strichen verteilen und polieren. Nehmen Sie dabei immer eine Stelle des Lappens die Wachsspuren zeigt. Oder den eingewichsten Schuh mit einer leicht befeuchteten Bürste (die Haarspitzen kurz in Wasser tauchen und an der Schürze vor der Brust einmal kurz abtupfen) polieren. Schuh nicht erst grundpflegen und das Wachs aushärten lassen, sondern gleich im ersten Auftragsgang die mit Wasser benetzte Creme aufbringen. - Es gibt noch viele andere gut funktionierende Wasserpoliturtechniken. Wir möchten Ihnen nicht zu viele Varianten vorstellen, denn am Schönsten ist es, wenn Sie bei der Pflege von selbst neue Techniken entwickeln, und bewährte Methoden verfeinern. Lassen Sie ihrer Experimentierlust freien Lauf. Das links oben abgebildete Schuhpaar demonstriert noch einmal den optischen Unterschied, der sich mit einer Wasserglanzpolitur im Vergleich zu einer trickreichen Bürstenpolitur (mit Tuch und Nylonstrumpf ummantelte Glanzbürste) erreichen lässt. Der wasserpolierte Schuh (links im Bild) glänzt intensiver, reicher und tiefer, wodurch das Schwarz noch schwärzer wirkt. Antikfinish
Experimentierfreude ist besonders wichtig für die Kreation eines Antikfinishs. Unter einem Antikfinish ist eine Oberflächengestaltung zu verstehen, wodurch das Oberleder den Anschein eines gepflegt gealterten Schuhs erzeugt. Wird nämlich ein hochwertiges Außenschaftleder regelmäßig gepflegt, entsteht ganz von selbst im Laufe der Jahre eine wundervolle Patina. Patina?
![]() Die Abbildung des braunen Semibrogues ist ein gutes Beispiel. Wenn Sie genau hinschauen, erkennen Sie an der, bei der Oberkante der Zunge noch sichtbaren Originalfarbe des Schafts, dass es nicht eine zeitbedingte Patina ist, sondern ein gekonntes Antikfinish, das perfekt diese Illusion erzeugt. Womit und wie erzeugt man das Finish?
![]() Es gilt dabei durch den Einsatz einer oder mehrerer tendenziell dunklerer BURGOL Cremes die Illusion eines gealterten Schaftleders zu erzeugen. Gut, dass es die Palmenwachscreme in so vielen Farbtönen gibt. Wichtig ist, dass Sie eine gute Dosencreme nehmen, da diese Ihnen ausreichend Zeit lässt, das Finish zu erzeugen. Würden Sie die Creme aus einem Tiegel oder einer Tube gebrauchen, trocknet diese so schnell, dass sie nur eine fleckig-wolkige Oberfläche hätten. Das mag eventuell auch reizvoll aussehen, doch wäre die Wirkung, anders, nicht so edel – eben nicht „antik”. Um das Aussehen und die Wirkung eines selbstgemachten Antikfinishs möglichst genau bestimmen zu können, bedarf es Geduld und Übung. Doch lassen Sie sich nicht abhalten. Auch wenn es am Anfang zum Schluss etwas anders ausfällt, als Sie es sich eigentlich vorgestellt haben, ist es doch ein Antikfinish. Und falls Sie bei der Arbeit merken, dass es deutlich in die falsche Richtung geht, wischen Sie mit einer sauberen Stelle des Lappens die noch feuchte Schuhcreme einfach ab. Ist die Creme dafür schon zu stark getrocknet greifen Sie zu frischer Schuhcreme im Grundton des Leders. Die in der Creme enthaltenen Lösemittel sollten mit einem kräftigen Reiben des Lappens die angetrocknete „falsche” Schuhcreme entfernen. Wünschen Sie ein früher aufgebrachtes Antikfinish zu entfernen, eignet sich die Methode der neuen Farbaufbaus, wie weiter unten beschrieben. Sie brauchen jedenfalls keine Sorgen zu haben, das Aussehen des Schuhs endgültig zu verhunzen. Es gibt immer einen Weg zurück. Schuhe mit vielen Außenschaftteilen und Lochverzierungen, wie beispielsweise Fullbrogues, eigenen sich auch für Neulinge in Sachen Antikfinish. Ihre vielen Kanten und Löcher helfen ganz von selbst den Anschein des Antiken zu erzeugen. An diesen Stellen, wie auch in den kleinen Falten des Schafts, bleibt von der dunkleren Creme etwas mehr zurück, so dass diese Parts später die kleinen, ein antikes Schuhleder ausmachenden, dunklen Stellen zeigen. Oder Sie kremen einen mittel- bis dunkelbraunen Schuh jedes 4. Mal statt mit der normalfarbigen Creme, mit ein wenig schwarzer Creme ein. Bei cognacfarbenden Schäften hat eine auf diese Weise eingesetzte rötliche Creme eine aparte Wirkung. Experimentieren Sie ein wenig mit dem Antrocknen. In der Regel werden die zusätzlichen Farbschichten schon kurz nach dem Auftragen mit der Ziegenhaarbürste poliert. Lassen Sie mehr Zeit verstreichen, wodurch die Lösemittel mehr einziehen und zugleich verdunsten, sieht der Effekt nach dem Glanzbürsten etwas anders aus. Eine andere Arbeitsmethode geht so: Sie mischen direkt zum normalerweise verwendeten Pflegewachs (im Grundton des Oberleders) ein weiteres in einem dunkleren Farbton hinzu. Geübte machen das direkt auf dem Oberleder. Dass dadurch einige Schaftbereiche etwas mehr von der dunklen Creme abbekommen, als andere, ist durchaus erwünscht. Das kappenbetonte Antikfinish, bei dem die Schuhspitze insgesamt dunkler erscheint, setzt bewusst auf diesen Effekt. Dieses Finish wird bei industriell gefertigten Antikfinishs bevorzugt, weil es sich auch mit maschineller Unterstützung (dunkle Creme auf die Kappe und mit der Bürstenmaschine schnellpoliert) und ohne größeren Aufwand realisieren lässt. Die Abbildung des hinteren Balmoral-Boot zeigt die Originalschaftfarbe, wohingegen der vordere Stiefel ein kappenbetontes (und natürlich manuelles) Antikfinish erhielt. Eine andere Variante besteht im Auftragen der zweiten dunkleren Creme mit einer normalen Glanzbürste. Dazu einfach ein wenig Creme mit der großen Bürste aufnehmen und anschließend den Schuh damit so lange bürsten, bis sich Glanz einstellt. Selbstverständlich können auch mehr als nur zwei Cremefarben ein schönes Finish bewirken. Porentiefe Grundreinigung und neuer Farbaufbau
Die Motivationen für eine gründliche Schuhreinigung sind vielfältig. Manch einer wäscht seine Schuhe aus vermeintlich hygienischen Gründen regelmäßig, und andere nehmen die aufwendige Prozedur nur dann in Angriff, wenn es gilt einen Fleck zu entfernen oder ein grundlegend neues Finish gewünscht ist. Waschen?
![]() Im Fall von hartnäckigen Flecken kann der Gebrauch von Sattelseife (nicht bei Cordovan!) oder eines speziellen Lederreinigers helfen. Das ist aber hier nicht unser Thema. Ebenso wollen wir an dieser Stelle nicht auf die Tricks aus der Hexenküche eingehen, zu denen Radikalmaßnahmen wie das Abwaschen mit Aceton zählen, was auch jedwede nachträgliche Farbgebung aus dem Leder löst. Solche Bedürfnisse erfüllt Ihnen gerne ihr Schuhmacher. Er hat die notwendige Erfahrung und technische Ausrüstung. Schaftlifting und Farbaufbau
![]() Wechseln Sie die Bürste gegen ein Auftragstuch und streichen Sie damit nun polierend über der eingecremten Schaft. Das glättet die Wachsschicht provisorisch. Nach vollständigen Einziehen der Creme und dem Verdunsten der Lösemittel, kann der Schuh mit einer (Ziegenhaar)Bürste aufpoliert werden. Nehmen Sie den Schuh in Augenschein. Sollten Sie noch nicht zufrieden sein, helfen weitere dünne Schichten Palmenwachscreme, die alle einzeln in der beschriebenden Weise aufgetragen und blankgebürstet werden. Farbmischung
![]() ![]() Um die Farben zu mischen empfiehlt es sich diese zunächst einzeln auf eine weiße Unterlage zu streichen. Das kann ein weißes Blatt Papier sein, oder eine abwaschbar beschichtete Platte. Wichtig ist nur, dass die Originalfarben der Creme deutlich erkennbar sind. Vertrauen Sie niemals dem Farbeindruck der Creme in der Dose. Dieser täuscht häufig. Wenn Sie die Farben “pur” vor sich sehen, können Sie sie nach den Regeln der additiven Farbmischung zu neuen Farbtönen zusammen mischen (Rot mit Blau ergibt Magenta, Gelbmit Blau ergibt grün usw.). Auf diese Weise können Sie in Eigenregie nahezu jede beliebige Farbe melieren. Lassen Sie sich von der kreativen Farbmischung, illustriert durch die nicht minder kreativen Fotos des schuherfahrenen Münchener Berufsfotografen Benno Sänger, ein wenig für Ihre eigenen farbreichen Versuche inspirieren. Keine Zeit?
Falls Sie zur Gruppe der Schuhfreunde zählen, die zwar die beschriebenen schuhkosmetischen Effekte schätzen, aber nicht bereit sind dafür mehr als die übliche Pflegezeit zu investieren, brauchen Sie dennoch nicht darauf zu verzichten. Professionelle Schuhputzer, die seit einiger Zeit wieder manches Stadtbild bereichern, wie zum Beispiel Thomas Ganick vom BURGOL Shoe-Care-Service in der Axel-Springer-Passage in Berlin, nehmen auch anspruchsvolle schuhpflegerische Aufträge entgegen. Allen anderen Schuhpflegeenthusiasten wünschen wir viel Freude, gutes Gelingen und tolle Ergebnisse bei ihren eigenen Versuchen mit der überragenden BURGOL Palmenwachscreme. ![]() ![]() Special: Rote oder lila Schuhe?
Irgendwie gefiel mir die Farbe nie so richtig. Dies war auch der Grund, weswegen ich die Schuhe nur zweimal getragen hatte. Es handelte sich um hochwertige Schuhe, handeingestochen, rahmengenäht, mit einem von Originalleisten kopierten Schuhspanner ausgestattet und in perfekter Passform. Schon alleine diese Schuhspanner waren eine absolute Seltenheit. ![]() Ich erinnerte mich an meinen Besuch in Paris im Jahre 2007 bei Berlutti sowie Aubercy und an ein Gespräch mit dem ehemaligen Werkstattmeister Didier Martinez von Berlutti, der mittlerweile für Aubercy designend und Maßschuhe fertigt. ![]() In diesem Gespräch diskutieren wir auch das Finishen der Pariser Schuhmacher und tauschten unsere Erfahrungen auf diesem Gebiet aus. Im Grunde hatte ich unbewusst fast gleich gearbeitet, nur verwendete ich beim Waschen der Schuhe wenig aggressivere Mittel und keine Lederfarbe oder Deckcreme zur Beschleunigung der Effekte unter dem Hartwachs. Mit Lederseife, Burgol-Schuhreiniger, einer mit Naturborsten bestückten Nagelbürste sowie Morello-Entfärber versuchte ich so viel wie möglich Hartwachs und Appretur vom Schaftleder abzutragen und damit so nah wie möglich an die ursprüngliche Farbe des durchgefärbten Leders vorzudringen, wie auch das nachfolgende Bild zeigt. ![]() Der nächste Schritt war das Eincremen des Schaftes mit reichlich blauer Hartwachscreme. Hierzu nahm ich eine Tiegel- und eine Rahmenauftragsbürste. Die Bereiche des Absatzes und der Sohlenkante versah ich mit mehreren dünnen Schichten schwarzer Hartwachscreme. ![]() Daraufhin glättete ich jeweils bis zu 10 cm große Abschnitte des reichlich aufgetragenen Wachses mit einem eng um den Finger gewickelten Basselburg -Tuch. Das Wachs ließ ich nun über Nacht aushärten. ![]() Am nächsten Tag wurden die Schuhe mit der 2-Bürstenmethode auf Hochglanz gebracht. Zu Beginn wurden die Schuhe mit einer kräftigen Rosshaarbürste 15 mm und 22 mm gut auspoliert, vor allem auch der Bereich des Sohlenschaftwinkels. Die finale Hochglanzpolitur erreichte ich dann mit der gut eingearbeiteten Yakhaarbürste. ![]() Das Ergebnis zeigt die hohe Farbdeckkraft einer hochwertigen Schuhcreme, welche aus Balsamterpentinöl als Löse- und Reinigungsmittel, hochwertigen Farbpigmenten sowie pflegenden Bienenwachsen und schützenden Palmenwachsen besteht. Zum Schluss wurden die Spanner eingelegt und die handgewachsten Schnürsenkel aus einer deutschen Manufaktur eingezogen. ![]() Wie man sieht, ist eine Premiumschuhcreme nicht nur äußerst sparsam, sondern sie hat auch eine hervorragende Deckkraft durch die hochwertigen Farbpigmente. ![]() Ich finde, dieses Ergebnis steht weder Berlutti noch Aubercy nach und ist mit ein wenig Übung auch kein Hexenwerk. Special: Rote Chelsea-Boots gerettet
Beim ersten Anblick dieser Chelsae-Boots waren wir der Meinung, dass diese äußerst hochwertigen rahmengenähten Chelsea-Boots aus einer bekannten Manufaktur auf Mallorca eigentlich reif für die Tonne sind. Wir wollten die Boots aber nicht aufgeben und machten uns auf viel Arbeit gefasst. ![]() Eigentlich reif für die Tonne Zunächst müssen wir die Stiefeletten mit handwarmem Wasser vom gröbsten Schmutz befreien. Dazu benutzen wir eine handelsübliche Handwaschbürste. ![]() Ein Bad für die Boots Mit einer Bürste und nicht fettender Lederseife werden die vom Schmutz befreiten Boots gewaschen und daraufhin mit klarem, kalten Wasser abgespült. ![]() Lederseife und Wasser Anschließend sind die Boots mit reichlich Zeitungspapier auszustopfen, um sie schnellstmöglich trocknen zu können. Außerdem versuchen wir durch das Modellieren der Zeitungsmasse, den Schuhen wieder eine ansehnliche Form zurückzugeben. Nach ca. einer Stunde sollte das Zeitungspapier durch trockenes Papier ersetzt, um dann die Schuhe über Nacht trocknen zu lassen. ![]() Hier hilft viel Zeitungspapier Die getrockneten Stiefeletten cremen wir mit reichlich roter Palmenwachscreme gründlich und satt ein. ![]() Ausnahmsweise mal viel Schuhcreme Zum Eincremen des Schaftes bietet sich eine Tiegelbürste und für Sohlenrand sowie Sohlenschaftwinkel eine Rahmenauftragsbürste an. ![]() Tiegelbürste und Rahmenbürste Mithilfe eines Mikrofasertuchs wird reichlich aufgretragene rote Schuhcreme gleimäßig verteilt und die Wachsschicht geglättet. ![]() Dieser Arbeitsschritt macht viel Arbeit. Im nächsten Schritt sind Schuhspanner (auf der Abbildung aus unlackiertem Buchenholz) einzulegen. Danach werden die Schuhe einige Stunden zum Härten und Einziehen der in der Schuhcreme enthaltenen pflegenden Wachse und Öle beiseite gestellt. ![]() Mit leichter Drehung sitzt der Schuhspanner perfekt. Um dem Paar den letzten Schliff zu geben, kommt die bewährte Zweibürsten-Methode zum Einsatz: Zunächst nimmt man mittels einer groben Roßhaarbürste (22 mm sichtbare Länge) die letzten überschüssigen Cremereste vom Leder. Im Anschluss sorgt eine Feinpolierbürste aus Yak- oder Ziegenhaar für eine finale Hochglanzpolitur. ![]() Selbst wir staunen. Wie man sieht, hat sich die aufwendige Arbeit gelohnt, um dieses glänzende Ergebnis zu erreichen. ![]() |



Wer Raulederschuhe nur bei trockenem Wetter trägt, wird die einfache Pflege dieses Schuhtyps schätzen. Erst wenn Raulederschuhe bei Nässe oder gar Schnee getragen werden, sind aufwendige Pflegemaßnahmen erforderlich. Denn grundsätzlich ist ein Raulederschaft offenporig. Veloursleder (Fleischseite nach außen gewendet) ist dabei noch stärker Wasser saugend als Nubuk. Doch nicht nur Wasser, auch Staub und Schmutz, setzt sich in die Poren und arbeitet sich durch die Walkbewegungen beim Gehen tiefer und tiefer ins Leder hinein. Betrachten wir zunächst die einfache Pflege für Schuhe mit Raulederschaft, die bei trockenem Wetter getragen werden. Hier gilt die Aufmerksamkeit vor allem der Reinigung. Wenn Sie den Schaft regelmäßig gründlich ausbürsten, schonen Sie das Leder und erhalten sich dessen Aussehen für lange Zeit. Für unempfindliche Veloursleder ist eine Messingbürste am besten, für Nubuk empfiehlt sich eine Bürste mit Krepplamellen.
Gelegentlich wird das Leder mit einem Imprägniermittel etwas wasserabweisend ausgerüstet und dadurch zugleich gegen eine Neuanschmutzung geschützt. Glauben Sie nicht der Werbung, dass diese Mittel Ihre Schuhe wasserdicht bekämen. Das ist ein Wunschdenken. Tun Sie sich und der Umwelt einen Gefallen und verwenden Sie eines der flüssigen Imprägniermittel aus den zylindrischen Kunststoffflaschen mit einem Schwamm vor der Öffnung. Damit tragen Sie das flüssige Mittel punktgenau und gut dosiert auf. Sprays sind vergleichsweise unverschämt teuer, belasten die Umwelt durch die Herstellung und Entsorgung der Treibgasflaschen, sind zur Hälfte nur mit Treibmittel gefüllt und versprühen einen Großteil des Mittels aufgrund des einzuhaltenden Mindestabstands gesundheitsgefährdend in Ihre Atemluft statt auf den Schuh. Und Sie wollen gewiss nicht Ihre Lunge imprägnieren, oder? Geben Sie nicht zu viel Mittel auf das Oberleder, das ist kontraproduktiv. Ein feuchter, kein nasser Auftrag ist ausreichend.
(vorsichtshalber zwischenzeitlich von Kindern und Haustieren fern halten), wird er wieder aufgebürstet, dass heißt der Flor wieder aufgerichtet. Das geschieht entweder mit einer Krepp- oder der Gummibürstenseite von der Raulederbürste mit Multifunktionskopf.
Sollten Sie speckige Stellen bemerken, kann ein Raulederradiergummi aber auch Schmirgelpapier Abhilfe schaffen. Vergrauung im Laufe der Zeit wird durch Staub im Leder verursacht. Hiergegen ist Vorbeugung die beste Maßnahme: Die Schuhe nach dem Tragen regelmäßig ausbürsten. Auch farbige Imprägniermittel (neben farblos werden die meisten Produkte auch in braun oder schwarz offeriert) können hier kleine Wunder bewirken. Vergessen Sie im Falle von Ledersohlen nicht die Sohlen- und Absatzränder zu versiegeln. Dazu später mehr.
Wer seine Raulederschuhe mit Umsicht trägt, kann auf die Nassreinigung verzichten. Dann braucht es zur regelmäßigen Pflege nur eine Stielbürste mit Multifunktionskopf. Deshalb sind Raulederschuhe auch ideale Reisebegleiter. Einfach abgebürstet sehen sie auch ohne zusätzlichen Pflegemitteleinsatz immer einwandfrei aus.













































