Schuhpflege - Geschichte

In den 1920er Jahren wird die Rezeptur für das BURGOL Schuhwachs erdacht. Um das Jahr 1935 beginnt dann der gelernte Drogist Rudolph Järmann aus Wichtrach (Kanton Bern, Schweiz) mit der Produktion von Schuhwachs auf Basis der damals verfügbaren Rohstoffe. Der Name BURGOL stammt aus dieser Zeit und leitet sich vom Namen der Stadt Burgdorf (selber Kanton) ab, in welcher das Schuhwachs ursprünglich hergestellt wurde. Dieses Schuhwachs wird zunächst ausschließlich im Gebiet Emmental verkauft, auch damals schon in Blechdosen, jedoch unter etwas anderem Logo - dem Abbild des Schlosses Burgdorf.

Im Vertrieb und der Produktion unterstützt ihn sein Sohn Alfred. Alfred Järmann heiratet ca. 1940 Frau Sophie-Marie Egger aus Aarwangen und bekommt von ihrem Vater Eduard Räumlichkeiten zur Fabrikation angeboten. Daraufhin zieht das Familienunternehmen kurzerhand um, wobei als Markenemblem nun das Schloss des neuen Standortes Verwendung findet, was bis heute noch auf jeder Dose zu sehen ist.

1946 ereignet sich ein verheerender Produktionsunfall. Der daraus resultierende Großbrand zerstört die Fertigungsanlagen vollständig und fordert sogar Verletzte. Nach dem Wiederaufbau übernimmt Alfred Järmann seines Vaters Firma. An den traditionellen Produktionsmethoden ändert er nichts: Die Mischungen werden weiterhin in mächtigen Kochtöpfen geschmolzen sowie direkt abgefüllt. Sukzessive steigt das Kundenaufkommen. Doch noch bis in die 50er Jahre hinein wird jeder Klient – inzwischen sind sie über den ganzen Kanton Bern verteilt – mit dem Fahrrad beliefert. Während jener expansiven Zeit helfen alle drei Töchter tapfer im Familienunternehmen mit, zwei von ihnen absolvieren dort zudem eine kaufmännische Lehre. In Kooperation mit einem Labor verfeinert Järmann seine Schuhpflegemittel. Rezepturen entstehen, welche teils bis heute Gültigkeit haben.

Als Rainer Ersfeld, Geschäftsführer der Freyersfeld GmbH (Konstanz), durch eine Kundin in Zürich sowie einen Händler auf Schloss Salem von diesem „Wundermittel“ erfuhr, ging er der Sache sogleich nach, besuchte den damaligen Hersteller, schaute bei der Produktion zu und testete direkt vor Ort die verschiedenen Terpentinwachspasten. Überzeugt von dem Schuhwachs in den Blechdosen hat die Fa. Freyersfeld GmbH seit 2004 den Vertrieb sowie den internationalen Markenaufbau übernommen.

Bis heute wurde die Produktpalette beständig erweitert: So wird z. Bsp. der Schuhreiniger und das Ledersohlenöl nach einer Rezeptur des Gerbermeisters Andreas Oller aus Bayern in Deutschland hergestellt sowie immer noch von Hand abgefüllt.

Alle Burgolbürsten werden im Schwarzwald ausschließlich auf heimischen Buchenhölzern aus der Region hergestellt. Die Feinpolierbürsten aus Ziegen- und Yakhaar werden wie vor 100 Jahren traditionell händisch eingezogen. Von diesen handeingezogenen Bürsten können nur 3000 Stück pro Jahr gefertigt werden.

Seit 2010 wird nach alter Rezeptur die Burgol-Premiumschuhpomade und die Cordovanpomade im Glastiegel maschinell in Frankreich abgefüllt. Diese Schuhcreme hat einen höheren Anteil an weicheren pflegenden Wachsen und wirkt sehr farbauffrischend.

2013 erwarb die Fa. Freyersfeld GmbH darüber hinaus die Namens- sowie Vertriebsrechte der Marke Burgol vom Lizenzinhaber Rainer Ersfeld für alle EU-Staaten und Länder außerhalb Europas.

Im Herbst 2016 hat die Firma Siegenthaler die Lizenzrechte für die Schweiz vom Lizenzinhaber Rainer Ersfeld erworben.