Schuhpflege - GeschichteEtwa im Jahr 1935 bzw. 1936 beginnt der gelernte Drogist Rudolf Järmann aus Wichtrach (Kanton Bern, Schweiz) mit der Produktion von Schuhcreme nach eigens erdachter Rezeptur. Der Name BURGOL stammt aus jener Zeit und leitet sich vom Namen der Stadt Burgdorf (selber Kanton) ab, in welcher das Schuhpflegemittel ursprünglich hergestellt wurde. Die Creme wird zunächst ausschließlich im Gebiet Emmental verkauft, auch damals schon in den charakteristischen Blechdosen, jedoch unter etwas anderem Logo - dem Abbild des Schlosses Burgdorf. Bei allen Geschäftstätigkeiten, besonders im Außendienst bzw. Verkauf, unterstützt ihn sein Sohn Alfred. Dieser heiratet ca. 1940 Frau Sophie-Marie Egger aus Aarwangen (selber Kanton) und bekommt von ihrem Vater Räumlichkeiten zur Fabrikation angeboten. Daraufhin zieht das Familienunternehmen kurzerhand um, wobei als Markenemblem nun das Schloss des neuen Standortes Verwendung findet, was bis heute noch auf jeder Dose zu sehen ist. 1946 vernichtet ein verheerender Produktionsunfall und daraus resultierender Großbrand die Fertigungsanlagen. Nach dem Wiederaufbau übernimmt Alfred Järmann seines Vaters Firma komplett. Die Produktionsmethoden bleiben simpel, aber erfolgreich: Die Mischungen werden in mächtigen Kochpfannen geschmolzen und dann direkt abgefüllt. Langsam steigt die Zahl der Kunden, welche – inzwischen über den ganzen Kanton verteilt – bis in die 50er Jahre hinein mit dem Fahrrad besucht werden. In Zusammenarbeit mit einem Labor verfeinert Järmann die Mischungen. Rezepturen entstehen, die bis heute Gültigkeit haben. Weil ein Nachfolger fehlt, entschließt er sich im Jahr 1983, BURGOL an die Siegenthaler AG, (Herzogenbuchsee/Bern) zu verkaufen. Seither wird die Palmenwachsschuhcreme erfolgreich dort produziert und verkauft. Es wird sehr großer Wert darauf gelegt, dass alle Produkte in Handarbeit hergestellt werden. Dadurch können die natürlichen Rohstoffe, wie Carnauba- und Bienenwachs, sowie das ätherische Terpentinöl und die natürlichen Farbpigmente, optimal verarbeitet werden. Zugleich ermöglicht dies eine große Produktionsflexibilität, die sich unter anderem in zwölf Farbtönen und einem Sportwachs (Lederpflege für Strapazierleder von Berg- und Arbeitsstiefeln) zeigt. Geblieben sind die altbewährten Rezepte wie Herstellungsverfahren und damit ein Vorsprung in Deckkraft, Hydrophobie, Penetrationsvermögen, Dosierbarkeit, Schutz und Glanz. Als Rainer Ersfeld, Geschäftsführer der Freyersfeld GmbH (Konstanz) durch eine Kundin in Zürich und einen Händler auf Schloß Salem, von diesem „Wundermittel“ erfuhr, ging er der Sache sogleich nach, besuchte den Hersteller, schaute bei der Produktion zu und testete direkt vor Ort die verschiedenen Terpentinwachspasten. Überzeugt von der Überlegenheit dieses Produkts hat die Fa. Freyersfeld GmbH seit 2004 den Vertrieb für Deutschland und Österreich übernommen. Alle namhaften Maßschuhmacher in Deutschland gehören mittlerweile zu seinen Kunden. Die Marke BURGOL wird weiterhin den Charakter eines Manufakturproduktes haben, die überragende Qualität behalten und kein Massenprodukt werden.
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